Krebs - was nun ?

Befund Krebs: Mit Ängsten umgehen

Die Diagnose Krebs löst Gefühle der Angst und Verzweiflung aus. Die Ängste gelten den anstehenden Behandlungen, denen man sich unterziehen muss. Ungewissheit und Verzweiflung machen sich breit, was die eigene Zukunft und jene der Familie betrifft.

In diesem Moment ist es ganz wichtig, die Übersicht zu bewahren, nicht in Panik zu geraten, sich nicht durch Ängste lähmen zu lassen und nicht in Mutlosigkeit zu versinken. Vorerst muss man sich organisieren, um den Kampf gegen die Krankheit aufnehmen zu können, sich Zeit nehmen, um sich zu informieren, und sich Gedanken darüber zu machen, was in nächster Zeit auf einen zukommen wird.

Man sollte nicht zögern, sich über die Besonderheiten und den Verlauf der von den ÄrztInnen vorgeschlagenen Therapie zu erkundigen. Bei Vorbehalten gegen die Therapie muss man das Gespräch mit den ÄrztInnen suchen und Erklärungen oder gar Anpassungen fordern.

Zusammenarbeit

Die Patientin und das Team, das sie betreut, müssen gut zusammenarbeiten: Die Patientin übernimmt beim Betreuungsprotokoll die aktive Rolle und sollte nicht in Passivität verfallen. Man nennt dies "therapeutische Allianz".

Es ist ebenfalls wünschenswert, dass man mit den Angehörigen offen über die Krankheit spricht, die das Familienleben für längere Zeit durcheinander bringen kann. Gewisse Pflichten muss man delegieren, damit man sich seiner Gesundheit widmen kann. Krebs ist eine Krankheit, die bei der erkrankten Person auf mehreren Ebenen destabilisierend wirkt (psychisch, sozial, familiär, wirtschaftlich).

Nicht alleine kämpfen!

Es gibt viele Menschen, die den Kranken Unterstützung bieten, und man sollte sich nicht scheuen, bei den kantonalen Vereinigungen Hilfe anzufordern.

Hilfe anfordern

Man sollte nicht zögern, gleich zu Beginn Hilfe anzufordern, um die Ängste angesichts all dieser vielfältigen Veränderungen in den Griff zu kriegen. Die Hauptsorge vieler Familienmütter nach einer Krebsdiagnose ist die Kinderbetreuung und wie man die Krankheit gemeinsam mit Kindern meistern kann.

Die meisten Spitäler, Verbände und kantonalen Krebsligen verfügen über Beratungsstellen, wo SoziologInnen, Pflegefachleute und Psychologen bei entsprechenden Fragen weiterhelfen können. (Einige Einrichtungen haben gar einen Kinderbetreuungsdienst, wo Mütter, die in die Strahlentherapie oder Chemotherapie müssen, ihre Kinder abgeben können.) Die Hilfsangebote sind vielfältig: Gesprächsgruppen für Patientinnen oder ihre Angehörigen (auch Kinder), psychische oder materielle Unterstützung, Hilfe beim Verhandeln mit Versicherungen oder dem Arbeitgeber.

Hilfs- und Beratungsstellen

Es gibt viele Instanzen, die zuhören, beraten und in allen Krankheits- und Genesungsstadien Hilfestellungen anbieten können:

Die Behandlungsprotokolle

Ziel einer Krebsbehandlung ist, den Tumor zu eliminieren und alle Krebszellen zu zerstören. Dazu stehen den behandelnden ÄrztInnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die verschriebene Therapie und ihr Ablauf hängen weitgehend von Faktoren ab, die die Prognose der Krankheit bestimmen.

Es sind dies folgende Faktoren:
  • Grösse des Tumors
  • Vorhandensein von Hormonrezeptoren in den Zellen des Tumors
  • Die Expression des so genannten HER2-Proteins an Krebszellen
  • Anzahl befallener Lymphknoten in der Achsel
  • Grad des Tumors (mehr oder weniger unterschiedliche Zellen, mehr oder weniger aggressiv)
  • Alter der Patientin

Die angewendeten Behandlungsmethoden umfassen zumeist eine Operation, Radiotherapie, Chemotherapie, Hormontherapie und Immuntherapie. Wahl und Ablauf der Methoden zur Brustkrebsbehandlung werden bestimmt durch den Krebstyp, das Entwicklungsstadium und die Lokalisation des Tumors, das Alter der Patientin und ihre Vorgeschichte sowie die möglichen Nebenwirkungen der Behandlung.

Ob einer Patientin eine Chemotherapie verschrieben wird, hängt von deren Alter und den Prognosen ab. Üblicherweise erfolgt sie nach dem chirurgischen Eingriff. Sie kann jedoch auch vorher eingesetzt werden, wenn die Grösse des Tumors verringert werden soll, um danach eine brusterhaltende Operation durchführen zu können: Man nennt dies eine "neoadjuvante Chemotherapie".

Bei der Chemotherapie werden zahlreiche Medikamente eingesetzt, die teilweise ihre Wirksamkeit erst entfalten, wenn sie kombiniert eingesetzt werden: Diese Kombination nennt sich "Chemotherapieprotokoll". Je nach Protokoll werden zwei bis drei Medikamente während einiger Monate verabreicht (die Protokolle haben Namen wie FAC, FEC, TAC).