Mammografie

Worum handelt es sich?

Früherkennungs-Mammografie (Screening)

Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenaufnahme der Brust bei Frauen ohne Symptome. In der Mammografie sind bereits ganz kleine Tumore sichtbar, lange bevor sie mit der Hand spürbar oder durch andere Symptome erkennbar sind. Eine Mammografie kann im Rahmen eines organisierten Früherkennungsprogramms mit organisierter Qualitätskontrolle erfolgen oder individuell.

Diagnostische Mammografie

Die diagnostische Mammografie ist eine Untersuchung, die erfolgt, wenn Brüste Beschwerden verursachen oder Tastbefunde vorliegen, die entweder von der Frau oder vom Arzt festgestellt wurden. Die Mammografie wird insbesondere für die Befundabklärung der verdächtigen Stelle eingesetzt und durch weitere Untersuchungen ergänzt (Abtasten, Ultraschall usw.), um die Ursache der Symptome abzuklären.

Früherkennung von Brustkrebs durch Mammografie: Weshalb? Wie?

Ziel

Eine konsequente und regelmässige Durchführung von Mammografie-Untersuchungen zur Brustkrebsfrüherkennung ist gegenwärtig die empfohlene Strategie, um die Heilungschancen und die Lebenserwartung von Frauen mit Brustkrebs zu erhöhen. Seit 1987 bis heute haben beinahe alle europäischen Staaten organisierte Brustkrebs-Früherkennung (systematische Einladung der Frauen zur Durchführung einer Mammografie) eingeführt. Schweden, die Niederlande und Grossbritannien übernahmen dabei eine Pionierrolle.

Die organisierte Früherkennung ist für Frauen der Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren vorgesehen. Die frühzeitige Erkennung und die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten tragen bei den Frauen dieser Altersgruppe zu einer Reduktion der Sterblichkeitsrate um bis zu 25% bei. In der Schweiz sterben in der Altersgruppe der 55 bis 74-jährigen Frauen jährlich über 550 Frauen an Brustkrebs. Durch die 25-prozentige Reduktion der Brustkrebstodesfälle kann so jährlich 140 Frauen das Leben gerettet werden.

Durchführung von Mammografie-Screenings in der Schweiz – zwei unterschiedliche Vorgehensweisen


 

Im Rahmen eines kantonalen systematischen Früherkennungsprogramms

Ausserhalb eines kantonalen Früherkennungsprogramms

Häufigkeit

Alle zwei Jahre.

Gemäss ärztlicher Empfehlung.

Rückerstattung der Kosten für die Mammografie

Ja, ausserhalb der Franchise, es fällt lediglich ein Selbstbehalt von 10% an (ungefähr CHF 20.- zu Lasten der Patientin; in gewissen Kantonen volle Kostenübernahme).

Keine Rückerstattung.

Akkreditierung der Radiologen und MTRA

Erforderlich: Die RadiologInnen und medizinisch-technischen RöntgenassistentInnen (MTRA), die bei den Früherkennungsprogrammen mitarbeiten, müssen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Spezialausbildung absolvieren. Weiterbildungen werden regelmässig durchgeführt.

Nicht erforderlich.

Zulassung und regelmässige technische Kontrollen der Geräte

Erforderlich: Die verwendeten Geräte müssen den europäischen Normen entsprechen. Diese umfassen jährliche, wöchentliche und tägliche Kontrollen.

Nicht erforderlich.

Klinische Untersuchung

Nein.

Je nach Gewohnheit der Radiologin/des Radiologen des Instituts.

Grunduntersuchung

2 Aufnahmen pro Brust.

2 Aufnahmen pro Brust.

Zweitbeurteilung der Aufnahmen

Systematisch: Die Mammografien werden von mindestens zwei RadiologInnen ausgewertet. Mit einer Zweitbeurteilung wird die Auswertung zuverlässiger und erhöht die Krebserkennungsrate um 10 bis 15%. Mindestens zwei RadiologInnen geben nach gegenseitiger Absprache allfällige Empfehlungen zum weiteren diagnostischen Vorgehen ab.

Üblicherweise nicht.

Follow-up der ergänzenden Ergebnisse und deren Resultate

Durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt oder die Gynäkologin/den Gynäkologen der Patientin und durch das Früherkennungsprogramm:
Sollten weitere Abklärungen notwendig sein, stellen – vorbehältlich des Einverständnisses der teilnehmenden Frauen - die für das Programm verantwortlichen medizinischen SpezialistInnen sicher, dass entsprechende diagnostische Schritte eingeleitet werden.

Durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt oder die Gynäkologin/den Gynäkologen der Patientin.

Follow-up allfälliger Behandlungen

Durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt oder die Gynäkologin/den Gynäkologen der Patientin.

Durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt oder die Gynäkologin/den Gynäkologen der Patientin.

Auswertung der Ergebnisse des gesamten Verfahrens zur Früherkennung

Ja: Der Ablauf des Programms und dessen Ergebnisse werden in regelmässigen Zeitabständen durch Experten evaluiert.

Nein.

Wartefrist, bis die Ergebnisse der Mammografie vorliegen

Max. 8 Arbeitstage (notwendige Zeit, um die Bilder durch mindestens 2 Radiologinnen/Radiologen sorgfältig zu beurteilen).

Meist gleichentags nach der Beurteilung durch üblicherweise einer einzigen Radiologin/eines einzigen Radiologen.

Allfällige ergänzende Ergebnisse

Nachträglich, auf Anraten von 2 Radiologinnen/Radiologen.

Meist gleichentags, üblicherweise auf Anraten einer einzigen Radiologin/eines einzigen Radiologen.

 

 

Systematische Früherkennung: ein Qualitätsanspruch

Die Screening-Programme unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle. Sie findet auf 5 Ebenen statt:

  1. Die RadiologInnen und medizinisch-technischen RöntgenassistentInnen (MTRA), die bei den Früherkennungsprogrammen mitarbeiten, müssen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Spezialausbildung absolvieren. Weiterbildungen werden regelmässig durchgeführt und sind obligatorisch.
  2. Die verwendeten Geräte müssen den europäischen und schweizerischen Normen entsprechen. Diese umfassen jährliche, wöchentliche und allenfalls tägliche Kontrollen.
  3. Die Mammografien werden von mindestens zwei RadiologInnen ausgewertet. Mit einer Zweitbeurteilung wird die Auswertung zuverlässiger und die Krebserkennungsrate wird um 10 bis 15% erhöht. Mindestens zwei RadiologInnen geben nach gegenseitiger Absprache allfällige Empfehlungen zum weiteren diagnostischen Vorgehen ab.
  4. Sollten weitere Abklärungen notwendig sein, stellen – vorbehältlich des Einverständnisses der teilnehmenden Frauen - die für das Programm verantwortlichen medizinischen SpezialistInnen sicher, dass entsprechende diagnostische Schritte eingeleitet werden.
  5. Der Ablauf des Programms und dessen Ergebnisse werden in regelmässigen Zeitabständen durch ExpertInnen evaluiert.


Organisiertes Screening-Programm in meinem Wohnkanton

Die praktischen programmspezifischen Informationen sind auf den Seiten der Kantone im Detail aufgeführt.