Krebs – was nun?

Ist Darmkrebs heilbar?

Zum Glück ist es möglich, Darmkrebs zu heilen. In den letzten Jahren wurden erhebliche therapeutische Fortschritte erzielt. Vor allem dank wirksameren medizinischen und chirurgischen Behandlungen hat die mit dieser Krebsart verbundene Sterblichkeit seit Beginn der 1990er-Jahre in den meisten europäischen Ländern um ca. 2% pro Jahr abgenommen. In der Schweiz wird der Rückgang der Sterblichkeit in den letzten 20 Jahren bei den Männern auf 30% und bei den Frauen auf 36% geschätzt.

Die Überlebenschancen hängen jedoch vor allem davon ab, in welchem Stadium die Krankheit diagnostiziert wird:

  • Über 95% der Personen, bei denen die Diagnose im Frühstadium (= kolorektales Karzinom im Stadium I, nur oberflächlicher Befall der Darmwand, ohne Ausdehnung auf die Muskelschicht), gestellt wird, sind fünf Jahre später noch am Leben.
  • Von den Personen, bei denen die Krankheit im metastasierten Stadium diagnostiziert wird, leben hingegen fünf Jahre später nur noch 10%.

Trotz der therapeutischen Fortschritte darf die Realität nicht ausgeblendet werden: Darmkrebs bleibt eine sehr gefährliche Krankheit und in der Prävention müssen weiterhin grosse Anstrengungen unternommen werden. Weil diese Krebsart noch zu oft erst spät diagnostiziert wird, überleben nur 60% der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Darmkrebs entwickelt sich ausgehend von der obersten Schicht der Darmwand (Schleimhaut). Der Tumor wächst gegen innen in die Darmöffnung, aber auch in die tieferliegenden Muskelschichten der Wand. Durch dieses Wachstum in die Tiefe kann er sich auf andere Organe ausbreiten. Die Krebszellen können die lokalen Lymphknoten sowie weitere Organe wie die Leber, die Lunge und die Knochen befallen. Es ist sehr wichtig, den Tumor im Dickdarm chirurgisch zu behandeln, bevor sich die Krebszellen in andere Organe ausbreiten. Für die Prognose der Krankheit ist das wichtiger als die Grösse des Tumors.

Quellen:
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Bosetti C, Bertuccio P, Malvezzi M, et al. C. Cancer mortality in Europe, 2005-2009, and an overview of trends since 1980. Ann Oncol. 2013 Oct;24(10):2657-71.
Bundesamt für Statistik (BFS), Nationales Institut für Krebsepidemiologie und Registrierung (NICER), Schweizer Kinderkrebsregister. Krebs in der Schweiz. Stand und Entwicklung von 1983 bis 2007. Neuenburg: Bundesamt für Statistik (BFS), 2011.
- De Angelis R, Sant M, Coleman MP, et al. EUROCARE-5 Working Group. Cancer survival in Europe 1999-2007 by country and age: results of EUROCARE--5-a population-based study. Lancet Oncol. 2014 Jan;15(1):23-34.

Wie lässt sich die Krankheit heilen?

Damit Darmkrebs geheilt werden kann, ist es sehr wichtig, den Tumor chirurgisch vollständig zu entfernen. Je nachdem, wie weit er sich in der Darmwand oder in anderen Organen ausgebreitet hat, wird die chirurgische Behandlung durch eine Strahlen- oder Chemotherapie ergänzt. Für die Behandlung, die in einem multidisziplinären Rahmen besprochen werden muss, werden somit verschiedene Arten von ärztlichen Fachkompetenzen eingesetzt.

Hilfs- und Beratungsstellen

Es gibt viele Instanzen, die zuhören, beraten und in allen Krankheits- und Genesungsstadien Hilfestellungen anbieten können: