Prävention

Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil

Für die breite Bevölkerung, d. h. für Personen ohne entzündliche Darmerkrankung oder nachgewiesenes familiäres Risiko, lässt sich das Risiko des Auftretens von Darmkrebs verringern:

  • Übergewicht vermeiden
  • Ausgewogene Ernährung mit beschränktem Konsum von Zucker und tierischen Fetten, regelmässiger Konsum von ballaststoffreichen Lebensmitteln und Gemüse
  • Regelmässige, ausreichende körperliche Bewegung
  • Verzicht auf Tabakkonsum und übermässigen Alkoholkonsum

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass ab 50 Jahren bei allen Personen ohne familiäres Risiko ein mittleres Risiko besteht, dass sich bei ihnen Polypen und ein kolorektales Karzinom entwickeln. Selbst wenn kein Risikofaktor bekannt ist, wird ab diesem Alter ein Gespräch mit dem Hausarzt empfohlen, um zu entscheiden, ob ein Früherkennungstest durchgeführt werden soll.

Quellen:
- Gonzalez CA, Riboli E. Diet and cancer prevention: Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. Eur J Cancer. 2010 Sep;46(14):2555-62.
- Thompson R. Preventing cancer: the role of food, nutrition and physical activity. J Fam Health Care. 2010;20(3):100-2.

Wie lassen sich Polypen und beginnender Darmkrebs frühzeitig erkennen?

Es sind vor allem folgende Früherkennungstests verfügbar:
Biologische Tests

Tests zum Nachweis von Blut, das von Auge im Stuhl nicht erkennbar ist. Einige dieser Tests werden zurzeit in den nationalen Früherkennungsprogrammen breit eingesetzt.

Blutuntersuchungen zum Nachweis von biochemischen Markern von Darmkrebs, die erst seit kurzem auf dem Markt sind.

Endoskopische Verfahren*

Sie ermöglichen dem Gastroenterologen, den Dickdarm teilweise (Rektosigmoidoskopie) oder vollständig zu betrachten (totale optische Koloskopie), Polypen, die entarten könnten, zu erkennen und zu entfernen oder Tumoren zu entdecken, die sich entwickeln.

(*Einführung eines biegsamen Rohrs in den Verdauungskanal)

Bildgebende Verfahren

Computertomographie des Abdomens (virtuelle Koloskopie)

Doppelkontrast-Bariumeinlauf

Kapsel-Videoendoskopie


Nur mit den endoskopischen Methoden lassen sich Polypen sogleich entfernen. Mit den anderen Methoden können sie mit unterschiedlicher Verlässlichkeit erkannt werden. Um die Polypen zu entfernen, muss jedoch anschliessend eine totale optische Koloskopie durchgeführt werden. 

Bei der Wahl einer Früherkennungsmethode müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden: der Gesundheitszustand und das persönliche Risiko des Patienten, dessen Wünsche im Zusammenhang mit den Risiken und Unannehmlichkeiten der Tests, die Verlässlichkeit sowie die Kosten der einzelnen Methoden. Dazu muss ein persönliches Gespräch mit dem Hausarzt geführt werden. Am häufigsten werden in der Schweiz der Test zum Nachweis von okkultem Blut im Stuhl und die totale optische Koloskopie verschrieben. Um die Verlässlichkeit der Tests zu gewährleisten, müssen sie unbedingt regelmässig durchgeführt werden. Der Zeitraum zwischen zwei Tests hängt vom individuellen Krankheitsrisiko und von der Leistungsfähigkeit des Tests ab.

Quellen:
- Vonlaufen A, Troillet FX, Armenian B. [Screening for colorectal cancer: recommendations]. Rev Med Suisse. 2013 Apr 10;9(381):754-7.
- Bulliard JL, Ducros C, Levi F. [Organized screening for colorectal cancer: challenges and issues for a Swiss pilot study]. Rev Med Suisse. 2012 Jul 11;8(348):1464-7.

Wird die Früherkennung von der Krankenkasse übernommen?

Je nach Risiko der Betroffenen gelten in der Schweiz verschiedene Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten unter Anwendung der Franchise. Nach der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV, Art. 12d und 12e) übernimmt die Grundversicherung die Kosten der Darmkrebsfrüherkennung bei bestimmten Risikogruppen und in der allgemeinen Bevölkerung unter den folgenden Voraussetzungen:

  • Personen mit sehr hohem Darmkrebsrisiko: (bei familiärem Kolonkarzinom, d. h. im ersten Verwandtschaftsgrad mindestens drei Personen befallen oder eine Person vor dem 30. Altersjahr) Koloskopie ohne Altersbeschränkung.
  • Personen mit mittlerem Darmkrebsrisiko: Beschränkung auf Personen im Alter von 50 bis 69 Jahren, alle zwei Jahre Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl, Koloskopie im Fall eines positiven Befunds oder alle zehn Jahre Koloskopie.

Schützt die Früherkennung vollständig vor Darmkrebs?

  • Mit keinem Früherkennungstest lassen sich 100% der Polypen und Krebserkrankungen entdecken. Zudem können bestimmte Polypenarten rasch auftreten und wachsen und zwischen zwei Früherkennungstests kann sich Krebs entwickeln.
  • Wird ein Polyp vollständig entfernt, kann daraus kein Krebs entstehen. Da dies jedoch nicht vor dem Auftreten weiterer Polypen schützt, müssen die Kontrolluntersuchungen entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes durchgeführt werden.
  • Selbst bei regelmässiger Früherkennung muss der Arzt aufgesucht werden, wenn ungewöhnliche Verdauungsprobleme auftreten.

Darmkrebs: Früherkennung vor dem Auftreten von Symptomen

  • Schweiz: Weil die Krankheit zu oft erst spät diagnostiziert wird, leben fünf Jahre nach der Diagnose nur noch 60% der Betroffenen.
  • Mit bestimmten Untersuchungen lässt sich Darmkrebs frühzeitig erkennen, wodurch sich die Heilungschancen erheblich verbessern.
  • Dem Auftreten von Darmkrebs lässt sich vorbeugen: durch Früherkennung und durch die Entfernung von Polypen (gutartigen Tumoren, die dem Krebs meist vorangehen).