Risikofaktoren

Beim individuellen Risiko für Darmkrebs werden drei Stufen unterschieden. Die Risikostufe beeinflusst die Entscheidungen, die für die Früherkennung dieser Krankheit getroffen werden müssen.

mittleres Risiko

Früherkennung ab 50 Jahren empfohlen

Dabei handelt es sich um das Mindestrisiko, das bei allen Personen ab 50 Jahren besteht. Bei drei von vier Personen lässt sich nämlich kein spezifischer Risikofaktor finden, der die Entwicklung dieser Krebsart erklären kann. Darmkrebs ohne nachgewiesenen familiären Risikofaktor ist in der zweiten Lebenshälfte häufiger zu beobachten; 50% der Fälle werden nach dem Alter von 70 Jahren diagnostiziert. Das Alter ist somit ein entscheidender Risikofaktor. Männer sind häufiger von dieser Krankheit betroffen als Frauen.

hohes Risiko

Früherkennung vor dem Alter von 50 Jahren notwendig, gemäss individueller ärztlicher Beratung
  • Familiär gehäufter Darmkrebs: Sind in der Familie bereits mehrere Fälle aufgetreten, vor allem bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Vater, Schwester, Bruder) und im Alter unter 60 Jahren, ist dies ein Hinweis auf ein hohes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
  • Prädisponierende Darmkrankheiten: Zwei chronisch-entzündliche Darmkrankheiten (CED) erhöhen das Risiko von Darmkrebs: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

sehr hohes Risiko

Sehr frühzeitige und spezifische Überwachungsmassnahmen gemäss individueller ärztlicher Beratung

Genetische Krankheiten, die zu erblich bedingtem Darmkrebs führen: familiäre adenomatöse Polyposis (oder Polyposis coli) und Lynch-Syndrom. Alle Personen, die an diesen Krankheiten leiden, müssen sich sehr frühzeitig spezifischen Überwachungsmassnahmen unterziehen.

Quellen:
- Bruchez L, Levi F, Bulliard JL. Evolution de l’incidence des cancers et des polypes colorectaux dans le canton de Vaud entre 1983 et 2007. Rev Med Suisse 2011;7:2247-51.
- Dehlavi A, Nichita C, Brondolo VK, Bertolini D, Dorta G. [Prevention of colorectal cancer]. Rev Med Suisse. 2011 Sep 7;7(307):1704-9.
- A. Frei, A.Ali-El-Wafa, V. Kessler-Brondolo, G. Dorta. Rev Med Suisse 2008 ; 4 : 224-9.